10 600 km h Mit dem Programm Hypersonic Interna tional Flight Research Experimentation kurz HIFiRE erforschte von 2007 bis 2017 ein internationales Team aus Wissenschaftlern und Militärs weitere Grundlagen für das Hyperschallfliegen US Flugzeugbauer Boeing hat im Sommer 2018 das Konzept für einen hypersoni schen Passagierjet nachgelegt Die Maschine soll eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als 6 000 km h er reichen Das entspricht der fünffachen Schallgeschwin digkeit also Mach 5 Die Strecke von London nach New York würde man so in einer Stunde zurücklegen Boeing setzt hierzu auf eine neuartige Triebwerks konstruktion die Elemente einer Turbine und die eines Staustrahltriebwerks vereint Die europäische Welt raumorganisation ESA investiert dagegen mit SABRE in eine neuartige Kreuzung aus Jet und Raketentrieb werk für den Hyperschall der statt Kerosin Wasserstoff als Treibstoff verbrennen soll Bis es soweit ist werden allerdings noch 20 bis 30 Jahre vergehen Viel früher und zwar schon 2019 können solvente Fluggäste dafür einen Ausflug in den erdnahen Weltraum machen Das versprechen die Anbieter Blue Origin und Virgin Galactic mit ihren Trägerraketen Beam mich hoch Scotty Wenn die oberste Maxime des Reisens zu Land in der Luft und zu Wasser darin besteht Menschen im mer schneller zu transportieren wäre das endgülti ge Ziel dann nicht das Reisen ohne Zeitverzögerung In Science Fiction Filmen Videospielen und Fanta sy Büchern gehört die Idee längst zu den Standardin strumenten Schnellere Autos und bahnbrechende Hyperschalljets bergen ihre eigenen Gefahren Diese sind jedoch unerheblich verglichen mit den Risiken der Teleportation eines Lebewesens die zugleich ethische Fragen aufwirft die Auflösung eines Körpers und des Bewusstseins bzw dessen Wiederzusammensetzung an einem anderen Ort In der Physik funktioniert das DER AUTOR Oliver Jesgulke hat als persönliche Tempobestmarke mal 280 km h auf der Autobahn geknackt Mach 2 kennt er nur aus Erzählungen von seinem Vater Der war Kampfpilot bei der Bundeswehr und überlebte dabei gar den Absturz einer F 104 Starfighter verzögerungsfreie Beamen von A nach B per Quanten technologie tatsächlich mit bestimmten Eigenschaf ten wie denen von Lichtteilchen und Atomen Dinge oder gar Lebewesen können damit nicht teleportiert werden Auch die alternative Vorstellung eine Person digital zu übertragen und an einer gewünschten Position wieder physisch zusammenzusetzen scheitert an der techni schen Machbarkeit Die University of Leicester hat dazu eine Beispielrechnung aufgestellt Für die Übertragung eines ausgewachsenen Menschen wären 26 Septillionen 42 Nullen Bits an Daten nötig Eine unvorstellbare Da tenmenge selbst mit einer Bandbreite von 30 GHz würde die Übermittlung der Informationen mehrere Billionen Jahre dauern Theoretisch ebenfalls möglich das hat der mexi kanische Physiker Miguel Alcubierre bereits im Jahr 1994 vorgerechnet soll das in Sci Fi Filmen gern praktizier te Reisen mit Lichtgeschwindigkeit oder sogar Überlicht geschwindigkeit im Star Treck Sprech Warp sein Für eine reale Umsetzung wäre allerdings eine lokale Raum zeitverwerfung nötig eine Art Blase die das Fahrzeug umgibt Um diese zu erschaffen bräuchte man laut Al cubierre so viel Energie wie in der gesamten Masse des Planeten Jupiter gespeichert ist Bis hin zu NASA Physi ker Harold White verfolgen Wissenschaftler die Idee wei ter um eine solche gezielte Manipulation der Raumzeit irgendwann in ganz ferner Zukunft zu ermöglichen Bis es so weit ist empfiehlt es sich hingegen ein fach loszulaufen oder auf den nächsten Hyperschall flieger zu warten ausblick 109

Vorschau Schaeffler tomorrow 03-2018 DE Seite 109
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